Häufige Fragen (FAQ)

Fragen und Antworten zum geplanten Projekt im Brüggmoos

Warum braucht das Spitalzentrum Biel einen Neubau?

Das bestehende Spitalgebäude im Beaumont-Quartier in Biel wird die Anforderungen an ein modernes Zentrums- und Akutspital künftig nicht mehr erfüllen können:

  • Das Spitalzentrum Biel kann sich am aktuellen Standort im Beaumont-Quartier und mitten im Wohngebiet nicht weiterentwickeln.
  • Der Trend weg von stationären hin zu ambulanten Behandlungen bedingt eine optimale Verkehrserschliessung, die am Standort Beaumont nicht gegeben ist.
  • In Zeiten des Fachkräftemangels machen attraktive Arbeitsbedingungen und eine gute Erreichbarkeit bei der Rekrutierung den entscheidenden Unterschied.
  • Die Kosten für eine Sanierung wären ähnlich hoch wie jene für einen Neubau, und die Infrastruktur müsste während des laufenden Betriebs komplett erneuert werden.

Warum ist Brügg der ideale Standort?

Die Standortevaluation für den Neubau eines neuen Zentrumsspitals umfasste rund 20 potentielle Standorte in der zweisprachigen Region Biel/Bienne-Seeland-Berner Jura. Folgende zwei Standorte erwiesen sich als geeignet: das Brüggmoos in Brügg und das Bözingenfeld in Biel.

Der Standort in Brügg erfüllt sämtliche Bedingungen für Bau und Betrieb eines modernen Spitals ideal:

  • Der Standort ist verkehrstechnisch gut erschlossen und damit für Patientinnen und Patienten wie Mitarbeitende einfach erreichbar.
  • Das Spitalzentrum bleibt in zentraler Lage in der Region – und selbstverständlich wird das Spital auch in Brügg zweisprachig betrieben werden.
  • Sowohl bei akuten wie bei chronischen Erkrankungen ist für Betroffene und Angehörige die Nähe des Spitals zu ihrem Lebensmittelpunkt von zentraler Bedeutung.
  • Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeitende profitieren von der Anbindung des Spitals an die Natur und vom Blick ins Grüne.
  • Das Areal ist langfristig entwicklungsfähig.
  • Der Spitalbetrieb beeinträchtigt kein Wohngebiet.
  • Die zusätzlichen Lärmemissionen bewegen sich in bescheidenem Rahmen; so wird der Standort Beaumont durchschnittlich nur 1 x pro Woche angeflogen, nachts sogar nur 1 x pro Monat. Zudem lässt sich die An- und Abflugroute der Helikopter, die heute über das Siedlungsgebiet von Brügg (Südquartier und Burgersried) führt, verbessern: In Zukunft wird lediglich ein Süd-An- und -Abflug zum Spitalstandort in der Industriezone Brüggmoos notwendig sein – ohne Überflug von Wohngebiet in Brügg.
  • Ambulanzfahrten sind streng reglementiert. Auf dem Weg ins Spital erfolgen drei von vier Ambulanzfahrten ohne Blaulicht und Sirene.

Brügg erfüllt wie oben beschrieben sämtliche Voraussetzungen für den Bau eines modernen Spitals. Gegen weitere Standorte – etwa das Bieler Bözingenfeld – sprachen unter anderem deren Nähe zu ruhigem Wohngebiet, die Beanspruchung von wertvollem Kulturland mit Fruchtfolgeflächen sowie die Tatsache, dass das Land nicht eingezont ist.


Wer entscheidet über das Vorhaben?

Das letzte Wort in der Standortfrage für den geplanten Spitalneubau haben die Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde Brügg. Der Bau des Spitals bedingt eine Änderung des Zonenplans und somit die Zustimmung der Gemeindeversammlung.

Und dies sind die nächsten Schritte:

25. April 2021               
Die Stimmberechtigten der Gemeinde Brügg beschliessen über einen Planungskredit für die Planung «ZPP Brüggmoos» [Zone mit Planungspflicht] und den Wettbewerb für die Freiraumgestaltung. Die SZB AG finanziert den Neubau Spital Biel-Brügg (inkl. Architekturwettbewerb und Überbauungsordnung) aus eigenen Mitteln.

ab Mai 2021                      
Wettbewerb für die Freiraumgestaltung (Federführung Gemeinde Brügg)

Juni 2021                   
Entscheid des Grossen Rates des Kantons Bern über Refinanzierung des Spitalneubaus

ab 2022                      
Projektwettbewerb Spitalbau (Federführung Spitalzentrum Biel AG)

2022
Öffentliche Mitwirkung Zonenplanänderung «ZPP Brüggmoos»

2023                           
Abstimmung der Gemeinde Brügg über «ZPP Brüggmoos» (Gemeindeversammlung)

2023                           
Beschluss Gemeinderat über Überbauungsordnung «Spitalneubau» und «ehem. Expo Parkplatz» (Sportpark)

2023                           
Einreichung Baugesuch Spitalneubau

2023                           
Öffentliche Mitwirkung über Anpassungen der Uferschutz-Planung

2024                           
Abstimmung der Gemeinde Brügg über Anpassungen der Uferschutz-Planung (Gemeindeversammlung)

Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens ist für die Realisierung mit rund 4 Jahren zu rechnen.

Änderungen des Zeitplans sind möglich.


Ist schon alles geplant und projektiert?

Nein. Die von Gemeinde Brügg und der Spitalzentrum Biel AG in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie präsentiert Möglichkeiten – und sie zeigt auf, dass das Vorhaben der Gemeinde Brügg sowie ihren Einwohnerinnen und Einwohnern zahlreiche Zukunftsperspektiven eröffnet:

  • Brügg kann entlang des Nidau-Büren-Kanals eine parkähnliche Gestaltung realisieren und das Brüggmoos mit einer nachhaltigen Planung aufwerten.
  • Brügg erhält eine optimale medizinische Versorgung vor der Haustür.
  • Zahlreiche Massnahmen in der Umgebung des Spitals schaffen für Menschen, die in der Region wohnen und arbeiten, einen grossen Mehrwert – unter anderem mit der Aufwertung der Freizeit- und Sportangebote.
  • Die naturnahe Ufergestaltung fördert die Biodiversität.
  • Der Zuzug des drittgrössten Arbeitgebers in der Region stärkt Brügg sowohl als Wirtschaftsstandort als auch als Aus- und Weiterbildungsstandort von überregionaler Bedeutung.
  • Die Optimierung der Angebote des öffentlichen Verkehrs, des Fuss- und Veloverkehrs sowie der gute Anschluss an die Autobahn garantieren eine perfekte Erschliessung – ohne Belastung von Wohngebieten.
  • Von diesem Vorhaben und dem Zuzug von Mitarbeitenden des Spitals profitiert auch das örtliche Gewerbe. 

Worum geht es bei diesem Projekt?

Bei diesem Projekt geht es um viel mehr als «nur» um einen Spitalneubau. Die Planung umfasst neben dem eigentlichen Bauvorhaben auch die Themen Freiraum und Natur, Verkehr und Mobilität sowie Sport und Freizeit. Zentrale Elemente sind der grosszügige Uferpark und der Sportpark für In- und Outdoor-Sportarten. Sowohl das Bauprojekt als auch die Gestaltung der Umgebung (Freiraum) werden in einem qualitätssichernden Verfahren entwickelt. Davon profitieren die unterschiedlichsten Nutzerinnen und Nutzer.


Wer profitiert von diesem Projekt?

Das Vorhaben ist ein Win-Win-Win-Projekt für Gemeinde, Kanton und Spital. Der geplante Neubau der Spitalzentrum Biel AG in der Gemeinde Brügg bedeutet für alle Beteiligten einen grossen Mehrwert:

  • Für die Standortgemeinde Brügg ist das Vorhaben ideal für eine attraktive Weiterentwicklung des Areals im Gebiet Brüggmoos.
  • Für die Spitalzentrum Biel AG erfüllt der Standort alle Anforderungen für Bau und Betrieb eines modernen und gut erreichbaren Zentrumsspitals.
  • Für den Kanton Bern garantiert der Neubau die überregionale Gesundheitsversorgung für die zweisprachige Region Biel/Bienne–Seeland–Berner Jura.

Was bedeutet das Projekt für die Zukunft von Brügg?

Das Vorhaben der Spitalzentrum Biel AG eröffnet der Gemeinde Brügg die einmalige Chance, das Gebiet entlang des Nidau-Büren-Kanals mit einer gesamtheitlichen Planung neu zu gestalten und aufzuwerten. Doch Chancen gilt es sorgfältig zu prüfen – und es gilt, an alles zu denken: an den Verkehr, die Finanzen, den Lärm, die Natur, die Landschaft und an vieles andere mehr. Die Machbarkeitsstudie im Auftrag von Gemeinde und Spitalzentrum hat alle diese Fragen vertieft abgeklärt. Nun ist die öffentliche Diskussion eröffnet.


Was passiert mit der Natur und dem Freiraum im Brüggmoos?

Von der Neugestaltung im Brüggmoos profitieren Mensch und Natur. Freiraumgestaltung ist beim Vorhaben im Brüggmoos mehr als nur ein raumplanerischer Begriff. Die Gestaltung der Umgebung soll für Nutzerinnen und Nutzer spürbar und sichtbar sein – erlebbar eben. Der einmalige Erholungsraum mit belebten und ruhigen Orten wird viel Platz bieten für Mensch und Natur. Ein Gesamtkonzept über den erweiterten Perimeter sieht unter anderem Parkanlagen, eine naturnahe Gestaltung des Uferbereichs und die Förderung der Biodiversität vor. Vorhandene Elemente wie die Familiengärten sollen weiterhin Platz haben und zeitgemäss in die Parkgestaltung integriert werden.


Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die Mobilität und den Verkehr in Brügg?

Der Standort im Brüggmoos ist bereits heute gut erschlossen. Der Spitalbetrieb und die vorgesehenen Nutzungen bedingen jedoch Optimierungen für alle Verkehrsträger; vom öffentlichen Verkehr (ÖV) über den motorisierten Individualverkehr bis hin zum Velo- und Fussverkehr. Für den öffentlichen Verkehr ist ein dichterer Fahrplantakt angesagt, für den Fuss- und Veloverkehr entstehen neue Wege und Brücken. Beim motorisierten Individualverkehr kommen Lenkungsmassnahmen wie Fahrtenkontingente und Parkplatzbewirtschaftung zum Tragen.


Wird das Brüggmoos weiterhin öffentlich genutzt werden können?

Selbstverständlich. Die geplante Gestaltung wertet das Brüggmoos auch für die öffentliche Nutzung deutlich auf. Zusammen mit dem angrenzenden Uferpark entwickelt sich der Erlenpark zu einem idealen Gelände für Freizeit, Sport und Erholung. Dank der Öffnung zur Aare und der Ufererschliessung entsteht viel Raum für die unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten. Ausdrücklich erwünscht ist die Nutzungsüberlagerung zwischen Park und spitalnahen Freiräumen für Bevölkerung, Patientinnen und Patienten sowie für Angehörige und Mitarbeitende.


Wie wird das Ganze finanziert?

Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Kanton und der Spitalzentrum Biel AG wird für die weiteren Schritte in der Entwicklung des Vorhabens entscheidend sein. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung haben die drei Akteure im September 2020 den Grundstein dafür gelegt.

Der Spitalneubau wird von der Spitalzentrum Biel AG finanziert. Für die Umsetzung des Erschliessungs- und Freiraumkonzepts, das die Möglichkeiten der Gemeinde übersteigt, werden verschiedene Finanzierungsmodelle Anwendung finden. Dass sich alle Partner im Rahmen der geltenden Vereinbarungen und rechtlichen Zuständigkeiten an der Finanzierung beteiligen, ist aber bereits heute sicher. Zudem werden eidgenössische, kantonale und regionale Förderprogramme genutzt.


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Mehr Details zu einzelnen Themen 

Link zu Machbarkeitsstudie resp. www.spitalneubaubielbruegg.ch

17. Dezember 2020